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  • June 11, 2026

Mineralien für Pferde: die Bausteine eines gesunden Pferdes

Mineralien für Pferde: die Bausteine eines gesunden Pferdes

Man hört es immer öfter: 'Mein Pferd hat einen Mineralstoffmangel.' Aber was bedeutet das eigentlich? Welche Mineralien gibt es, was bewirken sie genau, und wann ist eine Supplementierung sinnvoll? In diesem Blog tauchen wir tief in die Welt der Mineralien für Pferde ein von Makromineralien bis zu Spurenelementen.

Was sind Mineralien und warum sind sie unverzichtbar?

Mineralien sind anorganische Stoffe, die das Pferd nicht selbst bilden kann. Sie müssen stets über die Nahrung aufgenommen werden und bilden buchstäblich die Bausteine des Körpers: von Knochen und Zähnen bis hin zu Enzymen und Hormonen. Ohne die richtige Mineralstoffbalance kann das Pferd nicht optimal funktionieren.

Mineralien werden in zwei Gruppen unterteilt: Makromineralien und Spurenelemente (auch Mikromineralien genannt). Makromineralien werden in relativ großen Mengen benötigt; Spurenelemente in kleineren Mengen, sind aber keineswegs weniger wichtig. Es geht immer um die Balance sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss kann Probleme verursachen.

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Makromineralien: die großen Spieler

Kalzium und Phosphor

Kalzium und Phosphor sind die beiden Mineralien, die in den größten Mengen im Pferdekörper vorhanden sind der Großteil sitzt in den Knochen und Zähnen. Das Verhältnis zwischen beiden ist mindestens so wichtig wie die absolute Menge. Ein ideales Verhältnis liegt zwischen 1,5:1 und 2:1 (Kalzium : Phosphor). Eine falsche Balance kann zu Knochenproblemen, Muskelkrämpfen und Wachstumsstörungen bei Jungpferden führen.

Heu, Luzerne und Getreide sind wichtige Quellen für Kalzium und Phosphor. Getreide enthält jedoch relativ viel Phosphor und wenig Kalzium, sodass eine kraftfutterreiche Ration schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Wachsende Fohlen sind hier besonders empfindlich: Der Knochenaufbau erfordert ein korrektes Verhältnis und ausreichende Versorgung mit beiden Mineralien.

Magnesium

Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Prozessen im Körper beteiligt. Es ist an der Muskelfunktion, der Nervenleitung und dem Energiestoffwechsel beteiligt. Ein Magnesiummangel kann sich in Nervosität, Muskelzittern, Krämpfen und verminderter Leistung äußern. Pferde, die im Frühjahr viel Gras fressen, wenn das Gras magnesiumarm sein kann, haben ein erhöhtes Risiko.

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Natrium und Chlorid (Salz)

Natrium und Chlorid sind gemeinsam für den Wasserhaushalt und die Regulierung des Blutdrucks verantwortlich. Schwitzende Pferde verlieren große Mengen Natrium und Chlorid. Arbeitspferde und Sportpferde haben daher einen höheren Bedarf. Das Aufhängen eines Salzlecksteins ist eine einfache und wirksame Methode, diesen Bedarf zu decken allerdings deckt ein Salzleckstein nur den Bedarf an Natrium und Chlorid und ist für eine vollständige Mineralstoffversorgung unzureichend. Ein Salzleckstein ist also eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz für eine vollständige Mineralstoffration.

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Kalium

Kalium arbeitet eng mit Natrium zusammen bei der Regulierung des Wasserhaushalts und der Muskelfunktion. Frisches Gras und Heu enthalten im Allgemeinen ausreichend Kalium. Ein Mangel ist selten, kann aber bei Pferden auftreten, die stark schwitzen oder Nierenprobleme haben.

Spurenelemente: klein aber kraftvoll

Zink

Zink ist an der Wundheilung, der Hautgesundheit, dem Immunsystem und der Huffqualität beteiligt. Ein Zinkmangel äußert sich häufig in einem rauen Fell, schlechtem Huffwachstum und verminderter Abwehrkraft. Zink und Kupfer wirken antagonistisch: Ein Überschuss an Zink kann die Kupferaufnahme hemmen. Eine gute Balance ist daher unerlässlich und ein Grund, vorsichtig mit der Kombination mehrerer Ergänzungsmittel zu sein, die beide Zink enthalten.

Kupfer

Kupfer spielt eine Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen, der Bindegewebsbildung und der Knochenmineralisierung. Ein Mangel kann zu Blässe, schlechter Knochenbildung bei Fohlen und einem stumpfen, verfärbten Fell führen. Viele deutsche Heusorten sind relativ kupferarm, sodass eine Supplementierung häufig sinnvoll ist. Auch hier gilt: Kombinieren Sie nicht einfach mehrere Ergänzungsmittel mit überlappenden Mineralien, denn ein Kupferüberschuss ist ebenso schädlich.

Selen

Selen ist ein starkes Antioxidans, das zusammen mit Vitamin E die Zellen vor oxidativen Schäden schützt. Es ist auch für die Muskelfunktion wichtig. Die Spanne zwischen zu wenig und zu viel ist bei Selen jedoch besonders gering: Ein Mangel führt zur Muskeldystrophie (White Muscle Disease), eine Überdosis ist toxisch. Die Supplementierung von Selen darf daher nur auf der Grundlage einer Futteranalyse oder Blutuntersuchung durch den Tierarzt erfolgen.

Eisen

Eisen wird für die Bildung von Hämoglobin benötigt, dem Sauerstofftransportprotein im Blut. Die meisten Pferde, die Gras und Heu fressen, nehmen ausreichend Eisen auf. Ein echter Eisenmangel ist selten; häufiger kommt es zu einem Überschuss, der die Aufnahme anderer Spurenelemente wie Kupfer und Zink hemmen kann.

Jod

Jod wird für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt, die den Stoffwechsel regulieren. Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Jod kann zu Schilddrüsenproblemen führen. Pferde in jodarmen Regionen oder Pferde, die wenig Seetang oder jodiertes Salz erhalten, können einen Mangel entwickeln.

Mangan

Mangan spielt eine Rolle beim Knochenaufbau, der Knorpelbildung und der Fortpflanzung. Es ist besonders wichtig für junge, wachsende Pferde und Zuchtstuten. Ein Mangel kann zu Abnormalitäten in der Gelenk- und Knochenstruktur führen.

Der Unterschied zwischen Mineralien und Vitaminen für Pferde

Obwohl Mineralien und Vitamine beide für ein gesundes Pferd unverzichtbar sind, sind sie grundlegend unterschiedlicher Natur. Vitamine sind organische Verbindungen mit einem Kohlenstoffgerüst. Sie sind empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Luft und können daher in gelagertem Futter abgebaut werden. Mineralien sind anorganisch sie sind unzerstörbar und werden nicht abgebaut. Ein Mineral bleibt ein Mineral, unabhängig von den Umständen.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Herkunft. Einige Vitamine kann das Pferd selbst bilden: Vitamin D durch Sonnenlichtexposition, B-Vitamine durch die Darmflora und Vitamin C in der Leber. Mineralien muss das Pferd stets von außen aufnehmen sie können niemals selbst synthetisiert werden.

Vitamine und Mineralien arbeiten zudem eng zusammen. Vitamin D ist beispielsweise für eine gute Aufnahme von Kalzium und Phosphor notwendig. Vitamin E und Selen verstärken gegenseitig ihre antioxidative Wirkung. Das macht es wichtig, nicht nur auf einzelne Nährstoffe zu schauen, sondern die gesamte Futterration zu betrachten.

Lesen Sie auch unseren ausführlichen Blog über Vitamine für Pferde für mehr Einblicke in die Zusammenarbeit von Vitaminen und Mineralien.

Mineralstoffmängel: wie erkennen Sie sie?

Mineralstoffmängel entwickeln sich oft schleichend. Die ersten Anzeichen sind subtil und werden häufig erst erkannt, wenn der Mangel bereits einige Zeit besteht. Nachfolgend ein Überblick über häufige Anzeichen:

  • Stumpfes, blasses oder verfärbtes Fell (Kupfer- oder Zinkmangel)
  • Brüchige oder langsam wachsende Hufe (Zink- oder Biotinmangel)
  • Muskelkrämpfe oder Muskelschwund (Kalzium, Magnesium oder Selen)
  • Nervosität oder Unruhe (Magnesiummangel)
  • Knochenprobleme bei Jungpferden (Kalzium/Phosphor-Ungleichgewicht)
  • Verminderte Leistung oder langsame Erholung nach Belastung (Selen, Magnesium)

Achtung: Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Die zuverlässigste Methode zur Feststellung eines Mineralstoffmangels ist eine Blutuntersuchung durch den Tierarzt. Eine Raufutteranalyse Ihres Heus gibt zusätzlichen Einblick in das, was über die Grundration bereits angeboten wird. Auf Basis beider können Sie gezielt und verantwortungsvoll supplementieren.

Mineralien über die Nahrung oder über ein Ergänzungsmittel?

Eine ausgewogene Grundration aus gutem Heu und frischem Gras deckt einen Großteil des Mineralstoffbedarfs. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Heu besonders in Deutschland regelmäßig arm an Kupfer, Zink und Selen ist. Eine Raufutteranalyse gibt Einblick in die genaue Zusammensetzung Ihres Heus und hilft zu bestimmen, welche Mineralien ergänzt werden müssen.

Ergänzungsmittel können die nötige Ergänzung bieten, aber wählen Sie die richtige Form und Dosierung. Organisch gebundene Mineralien (Chelate) werden im Allgemeinen besser aufgenommen als anorganische Formen. Seien Sie vorsichtig mit der Kombination mehrerer Ergänzungsmittel: Überlappende Mineralien können schnell zu einer Überdosierung führen. Wählen Sie vorzugsweise ein gut zusammengestelltes Produkt, das auf den Gesamtbedarf Ihres Pferdes abgestimmt ist.

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Besondere Situationen mit erhöhtem Mineralstoffbedarf

Wie bei Vitaminen gilt auch für Mineralien, dass bestimmte Situationen den Bedarf erhöhen:

  • Tragende und säugende Stuten: erhöhter Bedarf an Kalzium, Phosphor, Kupfer und Zink für die Entwicklung des Fohlens.
  • Wachsende Fohlen: Der Knochenaufbau erfordert das richtige Kalzium/Phosphor-Verhältnis sowie ausreichend Kupfer und Mangan.
  • Sportpferde: Erhöhte Schweiß- und Stoffwechselverluste erfordern mehr Natrium, Magnesium und Selen.
  • Ältere Pferde: Die Mineralstoffaufnahme nimmt mit dem Alter ab; gezielte Supplementierung kann hilfreich sein.

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Der stille Motor hinter einem gesunden Pferd

Mineralien sind die stillen Motoren hinter der Gesundheit Ihres Pferdes. Von starken Knochen und einem glänzenden Fell bis hin zu einem gut funktionierenden Immunsystem sie spielen überall eine Rolle. Eine gute Grundration bildet das Fundament; ergänzt durch gezielte Supplementierung dort, wo die Nahrung nicht ausreicht. Lassen Sie sich dabei stets von einer Futteranalyse oder Blutuntersuchung leiten und wählen Sie ein vollständiges Ergänzungsmittel anstatt mehrerer einzelner Produkte.

Vitamine und Mineralien arbeiten Hand in Hand. Für ein vollständiges Bild dessen, was Ihr Pferd benötigt, empfehlen wir Ihnen, auch unseren Blog über Vitamine für Pferde zu lesen.

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